Pinned Zazs Airbrush-Einsteiger-Guide

    • Zazs Airbrush-Einsteiger-Guide

      Hier der verbesserte Blogeintrag: http://blog.page5.de/airbrush-einsteiger-guide/


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      Heyho!
      Da ich der tollen Community mal etwas zurückgeben möchte, anstatt nur zu konsumieren, schreibe ich diesen Guide hier.
      Ich habe im Zuge meiner Airbrush-Investition viel Wissen über das Thema akkumulieren können und möchte das nun mit euch teilen.
      Natürlich sind meine Ausführungen keineswegs absolut, weshalb ich mich durchaus über konstruktive Kritik freuen würde.
      Es wäre noch wichtig zu erwähnen, dass dieser Guide einen Weg zwischen "Billigmüll" und "Profizeugs" geht.
      Ich wollte viel mit meiner Airbrush arbeiten können, ohne gleich den Ferrari kaufen zu müssen.

      Die Pistole:
      Fangen wir mit dem Herzstück eures Equipments an, mit der Pistole.
      Wenn man über Pistolen redet, ist es wichtig zwischen Single-Action und Dual-Action zu differenzieren.
      Doch wo liegt der Unterschied?
      Wenn ihr den Trigger (Knopf an der Airbrush für den Zeigefinger) runterdrückt, aktiviert ihr bei der Singleaction lediglich den Farbfluss.
      D.h. ihr drückt runter und Farbe kommt raus. Das mag zwar für ein "Grundierung-Basecoat-only-Set" ganz okay sein, doch meiner Meinung nach braucht ihr für sowas keine Airbrush.
      Für ein solches Vorhaben ist es deutlich lukrativer farbige Sprays wie z.B. die von Army Painter zu benutzen.
      Keine Kaufempfehlung für Single-Action-Airbrush!

      Eine Dual-Action hingegen bietet euch viel mehr Kontrolle und Kontrolle ist sehr wichtig.
      Wenn ihr bei der Dual-Action den Trigger runterdrückt, aktiviert ihr lediglich den Luftstrom.
      D.h. ihr drückt runter und Luft kommt raus. Wenn ihr bei der Dual-Action Farbe sehen wollt, müsst ihr den Trigger nach hinten ziehen.
      Somit könnt ihr euren Sprühkegel genau dosieren, indem ein kurzer Zug nach hinten einen kleinen Kegel produziert und ein sehr großer Zug nach hinten einen sehr großen Kegel.
      Wenn ich also ein Modell grundieren will, ziehe ich den Trigger ordentlich nach hinten.
      Wenn ich einen genauen Leuchteffekt will, ziehe ich den Trigger ganz langsam nach hinten, um auch nur das Areal um das Zielobjekt zu erwischen.
      Kaufempfehlung für Dual-Action-Airbrush!

      Doch welche Dual-Action soll es sein?
      Die "Chinateile" fangen bei ca. 20 Euronen an:
      1. Für sie bekommt man sehr schwer Ersatzteile, gerade das Thema der Ersatzteile ist jedoch wichtig, wenn es ums airbrushen geht (später mehr dazu).
      2. Die Verarbeitung lässt zu wünschen übrig, nicht zwingend lösemittelresistente Teile.
      3. Besonders der Trigger leidet unter Punkt 2, da schlechte Verarbeitung einfach bedeutet, dass ihr weniger Kontrolle über den Trigger habt.
      (je widerstandsloser der Trigger, desto besser und teurer die Airbrush)
      4. Das Cleaning nervt (später mehr dazu).
      Keine Kaufempfehlung für "Chinateil"!

      Der deutsche Marktführer hingegen ist Harder&Steenbeck.
      Ihre Einsteigerairbrush (Ultra) liegt im Raum von 70-100 Euronen.
      70 Euronen für Gerät + 0,2mm Düsensatz.
      100 Euronen für Gerät + 0,2mm und 0,4mm Düsensatz.
      Wenn ihr z.b. Colossals airbrushen wollt, würde ich auf jeden Fall auch die 0,4mm mitnehmen.
      Oft ist es auch einfach angenehmer, weil die Düse einfacher zu reinigen ist und weniger schnell verstopft (später mehr dazu).
      1. Für sie bekommt man sehr einfach Ersatzteile (jedes Teil der Airbrush kann seperat nachgekauft werden)
      2. Top Verarbeitung und alle Teile sind lösemittelresistent.
      3. Top Trigger, bei Evolution und Infinity (Mittel- und Oberklassemodell) noch bessere Trigger.
      4. Einfaches Cleaning (später mehr dazu).
      Klare Kaufempfehlung, ich möchte nicht mehr ohne meine Ultra leben!

      Notiz: Es gibt 2 Varianten der Ultra. Einmal Fließsystem und einmal Saugsystem. Heißt einfach nur, dass ihr beim Saugsystem unten einen seperaten Farbbecher habt und beim Fließsystem einen kleinen Cup, der in die Airbrush eingearbeitet wurde.
      Den Profis zufolge sei der Farbfluss einer Fließairbrush gleichmäßiger und das Handling bequemer sowie sparsamer, da beim Fließsystem schon ein paar Tropfen reichen, während das Saugsystem immer eine Mindestmenge an Farbe benötigt (Strohhalmeffekt).
      Auf der anderen Seite passt natürlich in ein Fließsystem deutlich mehr Farbe, wenn man einen Colossal besprüht.
      Im Endeffekt ist es aber Geschmackssache, ich bin mit dem Fließsystem gegangen. Hauptsache ihr nehmt die Ultra.

      Auf meiner Equipmentrechnung sind also bis jetzt 97 Euro:





      Der Kompressor:
      Kommen wir mal zum Kompressor, hier bricht meistens die Hysterie aus.
      Hier habt ihr die Wahl zwischen ölfreien Kleinkompressoren und ölbetriebenen Kompressoren.
      Da wir nicht in den Highest-End-Bereich wollen, entscheiden wir uns für einen ölfreien Kleinkompressor.
      Ein vernünftiger Kleinkompressor erfüllt nämlich alle unsere Wünsche und läuft prima.
      Was brauchen wir also?
      1. Genug Druck für beide Düsen unserer Airbrush (die 0,4mm Düse wird mehr Druck als die 0,2mm brauchen).
      2. Druckminderer/Manometer (um den Druck regulieren zu können).
      3. Wasserabschneider (damit nicht plötzlich Wasser durch die Airbrush schießt).
      4. Einen möglichst leisen Kompressor (für Wohnung geeignet).
      5. Optional einen Tank (Kompressoren mit Tank pumpen nur den Tank voll und schalten sich danach ab).

      Notiz: Der Tank ist als optional bezeichnet, da er nicht essenziell ist. Es ist schlicht und einfach der "Nervgrund".
      Wenn ihr länger mit der Airbrush arbeiten wollt, würde ein tankfreier Kompressor die ganze Zeit laufen.
      Ein Kompressor mit Tank schaltet sich nach geschätzten 30 Sekunden ab und macht sich erstmal nach längerem Sprühen wieder für 30 Sekunden bemerkbar. Da sowieso noch der Lärm der Absaugeanlage (später mehr zu ihr) dazukommt, plädiere ich zu einem Tankkompressor. Nebenbei ermöglicht der Tank ein marginal gleichmäßigeres Sprühbild.

      Auch beim Kompressor habe ich nicht zu einem No-Name gegriffen.
      Schlichtweg aus der Angst in einem halben Jahr neu investieren zu müssen.
      Ein Partner von Harder and Steenbeck (Sparmax) kam mir dann realtiv schnell unter die Linse.
      Ihr TC-610H Kompressor (Link später) erfüllt einfach alle wünschenswerten Punkte inkl. Tank und lag noch in meinem Budget.
      Achtung: In dem Themenbereich Kompressor werdet ihr z.B. Kompressoren von der Marke Saturn finden, die dem Sparmax sehr sehr ähnlich sehen.
      Was davon genau eine Untermarke von Sparmax und was genau eine schlechte Kopie ist , ist sehr schwer nachvollziehbar.
      Sparmax hat mein Vertrauen erstmal nur durch Harder and Steenbeck erlangt und ich muss sagen, dass es keine Fehlentscheidung war.
      Im Endeffekt ist das Thema Kompressor aber sehr sehr sehr breit gefächert.
      Ich habe die Kriterien ja erläutert und schlussendlich könnt ihr selbst entscheiden.
      Ich für meinen Teil würde wieder den TC-610H kaufen.
      Es liegt sogar noch netterweise ein akzeptabler Schlauch (Verbindung von Pistole mit Kompressor) bei.
      Schlauch passt auch für die Ultra.
      Mit Ultra und diesem Kompressor müsst ihr euch also nicht um einen Schlauch kümmern.

      Auf meiner Equipmentrechnung sind also bis jetzt 297 Euro:




      Die Absaugeanlage/Spraybooth:
      Für mich ist die Absaugeanlage mindestens genauso wichtig wie die Pistole oder der Kompressor selbst.
      Aus welchem Grund?
      Da ich mit 19 noch bei meinen Eltern wohne, habe ich "nur" mein Zimmer zur Verfügung.
      Nun schlafe ich ja auch in meinem Zimmer bzw. steht mein Hobbtytisch sehr nahe an meinem Bett.
      Ohne Absaugeanlage würde ich mein ganzes Zimmer "verpesten" und dann noch in dem "Suff" schlafen.
      Denn selbst normale Acrylfarbe hat einen sehr dominaten Geruch, wenn man sie sprüht.
      Wenn man mit Cleanern arbeitet, was man muss, kann das Zimmer schon abartig stinken.
      Mit der Absaugeanlage puste ich jeglichen Geruch direkt aus dem Fenster raus und wenn ich dann mit der Session fertig bin, riecht man auch gar nichts im Zimmer. Wie gesagt, für mich selbst ist sie essenziell, für einen "Kellersprüher" eventuell nicht.
      Solltet ihr euch gegen die Absaugeanlage entscheiden, würde ich mir aber auf jeden Fall einen hochwertigen Atemschutz zulegen.
      Die meisten Tabletopler kennen ja den Geruch von Sterillium und stellt euch mal vor, wie dieses Zeug riecht, wenn ihr es sprühen würdet.
      Mit Gesundheit ist nicht zu spaßen.
      Die Lautstärke der Anlage ist akzeptabel und in Kombination mit einem Tankkompressor hört man noch deutlich Musik, die über "schwache" Laptopboxen wiedergegeben wird.
      Auch hier gebe ich eine Kaufempfehlung.

      Auf meiner Equipmentrechnung sind also bis jetzt 381 Euro:




      Cleaning-Pot:
      So, die größten Sachen haben wir jetzt hinter uns.
      Jetzt kommt noch eine kleine Geschichte.
      Mit dem Cleaning-Pot könnt ihr einfach spray-throughs machen.
      D.h. überschüssige Farbe und Reinungsmittel in den kleinen Behälter mit Filter sprühen.
      Man sollte aber nicht denken, dass dieser Filter Gerüche filtert. Er filtert nur Partikel, ersetzt also nicht die Absaugeanlage.
      Der eingebaute Pistolenhalter ist auch sehr nützlich (bei meinem Modell).
      Die beigelieferte Box wird dazu verwendet manche Flüssigkeiten/Gemische direkt in die Box zu kippen, anstatt sie durchzusprühen.
      Dies wird wichtig, wenn eure Düse verstopft ist und ihr den Effekt nicht verschlimmern wollt.
      Theoretisch würde es auch ein Pappkarton tun, da das doch eine ziemliche Sauerei sein kann, tendiere ich zum Cleaning Pot.
      Kaufempfehlung


      Auf meiner Equipmentrechnung sind also bis jetzt 399 Euro:



      400 Euro Hardware:
      - Ultra 2in1 (0,2mm + 0,4mm)
      - Kompressor TC-610H Sparmax
      - Absaugeanlage
      - Cleaning Pot Sparmax

      Diese 400 Euro können dabei natürlich noch vermindert oder erhöht werden.
      Ich hoffe ihr könnt nach diesen Informationen jetzt selbst abwägen, wo ihr ggf. sparen könnt.
      Wenn ihr nun ein bisschen Recherche betreibt, werdet ihr schnell feststellen, dass diese Konfiguration durchaus als Mittelklasse einzuschätzen ist.
      Sie ermöglicht es euch viel und gut mit eurer Airbrush arbeiten zu können, ohne aber dabei den Ferrari gekauft zu haben.
      Wer mehr investieren möchte, sollte die Pistole upgraden. Hier würde ich die Evolution empfehlen.
      Die Infinity ist als High-End Airbrush mit 1,5mm Düse schon für sehr Geübte.

      Randnotiz: Populäre Maler wie z.B. Buypainted (Evolution), ichiban painting (Infinity) und viele andere nutzen Harder and Steenbeck Produkte.
      Im amerikanischen Raum ist eher Badger vertreten.
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    • Wie geht es weiter?
      Gehen wir mal davon aus, dass ihr meinem Guide zu 100% gefolgt seid und jetzt das empfohlene Equipment zuhause habt.
      Zwar haben wir die Ausrüstungsfrage geklärt, zu vielen anderen Sachen habe ich aber einfach "später mehr dazu" geschrieben.
      Diese Sachen werden jetzt geklärt.

      Das Cleaning:
      Für das Cleaning braucht ihr unbedingt Wattestäbchen bzw. Q-Tips und Dental-Brushes.
      Für 1-2 Euro solltet ihr die aber erwerben können, wenn ihr schon den Rest kaufen konntet...
      Weiterhin braucht ihr einen Cleaner.
      Fantasywelt verschickt ihre Ultra mit kostenlosem Vallejo-Airbrush-Cleaner, weshalb ihr diesen nun auch zuhause haben solltet.
      Nun sucht ihr euch eine Leerflasche oder bestellt gleich welche mit:

      In diese Leerflasche füllt ihr ca. 2/8 Airbrush-Cleaner und 6/8 destilliertes Wasser.
      Nun habt ihr also eure Hauptflasche mit dem konzentrierten Cleaner und eure kleine gestreckte Flasche.

      Nun zum Prozess des Cleanings:
      1. Session ist beendet

      2. Psi-Stufe am Manometer/Druckminderer auf 40 stellen (voller Durchzug)

      3. Gestreckte Mischung in den Cup füllen

      4. Durchsprühen

      5. Prozess solange wiederholen, bis der Bereich, den ihr durch den Cup einsehen könnt, sauber ist
      (ihr könnt auch die Mischung einwirken lassen, rauchen gehen, und dann durchsprühen. Je länger das Zeug einwirkt, desto besser wirkt es.
      Lediglich bei dem ersten Durchsprühen würde ich es nicht zulange einwirken lassen, weil sonst zu viel Farbe aufgelöst wird und ihr dann
      den ganzen klumpigen Dreck durch die Airbrush schießt, wodurch ihr euch das Saubermachen nur weiter erschwert)

      6. Ihr merkt schon, wieso wir das Zeug gestreckt haben. Dieser Prozess kann je nach länge der Session viel Ressourcen in Anspruch nehmen. Dafür ist der Airbrush-Cleaner einfach zu teuer, die gestreckte Mischung tut es genauso, da der Vallejo-Cleaner selbst gestreckt extrem agressiv auf Farbe wirkt

      7. Cup und "Farbloch" scheinen sauber, jetzt dreht ihr die Airbrush vom Schlauch ab

      8. Düsenschutz vorne aufschrauben

      9. Düsenschutz und Düse entnehmen und in ein Schnapsglas legen

      10. Konzentrierte oder gestreckte Lösung ins Schnapsglas einfüllen, bis die beiden Teile bedeckt sind
      (wenn ich Lack gesprüht habe nehme ich die konzentrierte Lösung, bei normaler Farbe reicht auch hier die gestreckte)

      11. Schnapsglas wegstellen

      12. Nadel lösen und nach vorne rauspushen
      (wer nach hinten pusht, verdreckt den hinteren Teil der Airbrush mit Farbe, der deutlich schwerer zu reinigen ist)

      13. Lösung (gegen Lack oder normale Farbe) auf ein Küchentuch und die Nadel von hinten nach vorne polieren
      (von vorne nach hinten hat immer die Gefahr die feine Spitze der Nadel zu beschädigen)

      14. Ggf. Q-Tip einweichen und "nachschrubben" (meistens nur bei Lack nötig)

      15. Nadel an sicheren Platz legen

      16. Benutztes Küchentuch und oder Q-Tip dazu verwenden den Cup zu putzen (nur zur Schönheit)

      17. Mit Q-Tip den Körper der Airbrush reinigen, ggf. Dental-Brush benutzen

      18. Düse und Düsenschutz aus Schnapsglas entnehmen (Lösung hat nun schon 50% des Jobs für euch übernommen)

      19. Beide Teile mit Q-Tip und Dental-Brush säubern

      20. Alles wieder zusammenbauen

      21. Bisschen gestreckte Lösung in den Cup

      22. Airbrush wieder an Kompressor anschließen

      23. Kurzer Spray-through

      24. Kompressor ausschalten

      25. Tank leeren (Luft aus dem Tank lassen)

      Das alles mag zwar nach viel klingen, ich habe aber auch jeden kleinen Schritt aufgezählt.
      Wer eingeübt ist schafft das in 10-20 Minuten.
      So viel Zeit solltet ihr euch aber nach jeder Session dann auch nehmen.
      Kleiner Tipp wäre noch das Schnapsglas ein bisschen mehr zu befüllen, wenn ihr dann einen Q-Tip einweichen wollt, könnt ihr ihn einfach in das Glas stecken.

      Beim Thema Cleaning noch ein kleiner Seitenhieb auf die "Chinateile".
      Bei ihnen ist es oft nicht möglich z.B. den Cup seperat abzunehmen, wodurch das Cleaning deutlich erschwert wird.
      Auch z.B. den Düsenschutz könnt ihr nicht einfach mit der Hand abschrauben, sondern
      braucht den beigelieferten Schlüssel.
      Allgemein kommen Chinateile immer in 1129123812 Einzelteilen, während sich die Marken auf sinnvolle Baugruppen beschränken.



      Color-Changes/Farbwechsel:
      Falls ihr nur die Farbe wechsel wollt, also z.B. von Braun zu Gelb, wendet ihr einfach nur die Punkte 2-5 vom Cleaning an.
      Wenn ihr in einer Range bleibt, also z.B. ein helles Braun nach einem dunkeln Braun verwendet, ist das jedoch nicht nötig.
      Das Color-Change-Verfahren müsst ihr auch anwenden, wenn eure Düse verstopft ist.
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      2. Psi-Stufe am Manometer/Druckminderer auf 40 stellen (voller Durchzug)
      3. Gestreckte Mischung in den Cup füllen
      4. Durchsprühen
      5. Prozess solange wiederholen, bis der Bereich, den ihr durch den Cup einsehen könnt, sauber ist
      (ihr könnt auch die Mischung einwirken lassen, rauchen gehen, und dann durchsprühen. Je länger das Zeug einwirkt, desto besser wirkt es.
      Lediglich bei dem ersten Durchsprühen würde ich es nicht zulange einwirken lassen, weil sonst zu viel Farbe aufgelöst wird und ihr dann den ganzen klumpigen Dreck durch die Airbrush schießt, wodurch ihr euch das Saubermachen nur weiter erschwert)





      Ersatzteile:
      Wieso ist es für mich wichtig, dass ich Ersatzteile für meine Airbrush bekommen kann?
      Besonders ein Teil der Airbrush (Nadel) ist extrem fragil. Ich habe meine am ersten Tag geschrottet, weil ich die Pistole fallen lassen hab....
      Ihr wollt euch ja nicht eine komplett neue Airbrush kaufen, wenn nur ein Teil kaputt ist.
      Deswegen ist es einfach ein extremer Vorteil jedes Teil der Airbrush nachkaufen zu können.






      Welche Farbe:

      Viele werden noch GW-Farben zuhause liegen haben.
      Abgesehen davon, dass es einfach nervig ist sie mit einer Pipette in den Cup zu füllen, sind sie gar nicht so geeignet für die Airbrush.
      Ihr werdet sehr oft mit einem Dry-Tip (trockene Farbe an der Nadelspitze) oder mit einer verstopften Düse zu kämpfen haben und die richtige Dosierung in Forum von Verdünnung ist auch mehr als unschön.
      Für Anfänger wirklich nicht zu empfehlen.

      Besser sind da schon die Vallejo Game Color Farben, jedoch sind auch sie nicht für die Airbrush gemacht.
      Die Dosierung ist bei ihnen einfacher, aber auch hier werdet ihr gerade am Anfang Probleme mit dem Verdünnen haben.

      Viel besser sind da die Vallejo Game Air oder Model Air.
      Sie sind schon vorverdünnt, können also direkt aus der Flasche gesprüht werden.
      Die Game-Air-Reihe ist dabei noch deckungsgleich mit der Game Color, wodurch ihr euch sicher sein könnt, das gleiche Rot zu sprühen, das ihr auch auf euren Butcher gemalt habt.
      Als Perfektionist habe ich damals alles auf Vallejo umgestellt und meine GW Farben quasi verschenkt.
      Ich kann Vallejo nur empfehlen, aber es geht natürlich auch mit euren alten Farben.

      Als Thinner (für ein paar Game Color) benutze ich folgendes (es eigenet sich auch hier eine Leerflasche wie beim Cleaner):
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      http://www.fantasywelt.de/product_info.php/info/p16132_Vallejo-Airbrush-Verduenner--Thinner--neue-Formel--60ml-.html





      Vorbeugung Dry-Tip:
      Acrylfarben trocknen sehr schnell. Das sollte jedem Maler aufgefallen sein.
      Wenn man noch mit Luft nachhilft geht das besonders schnell (an der Nadelspitze).
      Wenn man dann noch Anfänger ist und durch das fehlende Gefühl mehr Luft als Farbe schießt mehr als schnell.
      Airbrush-Lub kann diesen Effekt vermindern.
      Bestreicht man die Nadel damit dauert es einfach länger bis der erste Dry-Tip auftaucht.
      Hilft mehr dem Geübten als dem Neueinsteiger, da auch Airbrush-Lub nicht die Trocknung durch extrem lange Lufteinwirkung verhindern kann.
      Es ist aber auf jeden Fall ein nettes Gimmick.
      Notiz: Dry-Tip entfernt ihr vorsichtig mit einem feuchten Q-Tip





      Wofür benutze ich meine Airbrush:
      - Grundierung (20-25 Psi)
      - Basecoat (20-25 Psi)
      - Highlights (12-15 Psi)
      - Leuchteffekte (12-15Psi)
      - Lackierungen (30 Psi für Glanz- und Satinlack, 15-20 Psi für Mattlack)
      - Je nach Miniatur noch an gewissen Details

      Notiz zu den Psi-Werten:
      Je mehr Psi ihr einstellt, desto "härter" kommt die Farbe natürlich rausgeschossen. Da ihr bei Details sehr nah an die Miniatur ran müsst, müsst ihr folglich bei Detailarbeit auch weniger Psi einstellen. Sonst verliert ihr die Kontrolle und saut die ganze Miniatur zu.
      Wer bei einer Sprühgrundierung schonmal zu nah an der Miniatur war, weiß, was ich meine.
      Niedrige Psi-Werte bringen aber auch mit sich mit, dass die Düse schneller verstopft. In diesem Fall einfach einen kurzen Spray-Through mit der gestreckten Lösung auf 40 Psi.
      Bei hohen Psi-Werten hingegen "schießt" die Düse sich lange Zeit selber frei.



      Ich hoffe euch konnte der Guide helfen und ich bin auf eure Anregungen gespannt.
      Gerne füge ich Sektionen hinzu bzw. antworte ich auf eure Fragen


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    • Kleine Anmerkung. Vielleicht solltest du in dem Bereich "Malen und Farbe" noch erwähnen wieviel bar/psi du bei welchen Farben einstellst.
      "Siege machen stolz - Niederlagen machen stark"

      "Der einzige Grund, warum ich Purification hasse ist, dass meine Fraktion keinen Caster hat der purifyen kann." - Jetelu
    • Voll guter Einstieg, und ich wünsche mir jetzt dass es den gegeben hätte als ich mir meinen Badger geholt habe.
      Als einzige Einschränkung würde ich aus meiner persönlichen Erfahrung sagen dass man mit No Name Kompressoren auch Glück haben kann. Hab meinen jetzt schon 2 Jahre und der Läuft gut. Deswegen würde ich sagen dass man das ruhig machen kann sich sowas zu kaufen aber man soltte wie von dir erwähnt sich der Gefahr bewusst sein.
      Ein Frage hätte ich dann doch: Wo beziehst du deine Game air her? Ich würde mir die Farben auch gerne mal anschauen da ich bis jetzt nur Model air verwendet habe und ich bei Internetkäufen immer etwas vorsichtig bin.
      Nochmal ein echt gutes Tutorial und viele Grüße
      Knubbl
    • Danke erstmal für das ganze Lob :)
      Klar kann man mit No-Names Glück haben, keine Frage.
      Habe auch schon Leute gehört, die seit 3 Jahren mit ihrer Chinapistole arbeiten.
      Habe aber auch schon Leute gehört, denen nach 2 Wochen der Kompressor abgeschmiert ist.
      Und seien wir mal ehrlich, auf Glück willste einen Casterkill ja auch nicht aufbauen :D :D

      Ich beziehe 85% meines Hobbybedarfs bei Fantasywelt.
      Kann nur in höchsten Tönen von diesem Shop sprechen.
      Die Game Air führen sie auch
    • Erstmal Danke für den tollen Guide. Habe mir auch ein Airbrush-Set geholt und kann das mit dem verdünnen der Farbe nur so unterschreiben als Anfänger eher Finger Weg! Allerdings habe ich das Gefühl das mein Kompressor aus dem Set nicht genug Luftdurchsatz hat. Da dein Kompressor TC 610 H sehr ähnliche Werte hat wie mein AS-189, wollte ich dich mal Fragen wie lange dein Kompressor bei leerem Tank vom einschalten bis zum erreichen der Abschaltschwelle braucht. Bei mir dauert das über 2 min bei einem 3 Liter Tank.

      Vielen Dank schon mal für deine Mühze
      Daggna
    • Daggna wrote:

      Erstmal Danke für den tollen Guide. Habe mir auch ein Airbrush-Set geholt und kann das mit dem verdünnen der Farbe nur so unterschreiben als Anfänger eher Finger Weg! Allerdings habe ich das Gefühl das mein Kompressor aus dem Set nicht genug Luftdurchsatz hat. Da dein Kompressor TC 610 H sehr ähnliche Werte hat wie mein AS-189, wollte ich dich mal Fragen wie lange dein Kompressor bei leerem Tank vom einschalten bis zum erreichen der Abschaltschwelle braucht. Bei mir dauert das über 2 min bei einem 3 Liter Tank.

      Vielen Dank schon mal für deine Mühze
      Daggna


      Die Kompressoren lesen sich wirklich ziemlich gleich.
      Deiner hat halt einen etwas größeren Tank (0,5L größer).
      Aber irgendwo stecken die 100 Euro Differenz und ich würde einfach ganz dreist behaupten, dass der eigentliche Kompressor langsam den Geist aufgibt oder sowieso noch die ausgeschriebene Leistung gebracht hat.
      Ich kann dir ehrlich nicht sagen, woran es genau liegt.
      Aber solche Fragen wollte ich mir auch niemals stellen, weshalb ich gleich, wie beschrieben, zur Marke gegriffen habe.

      Mein Sparmax hat gerade eben 28:48 Sekunden gebraucht, bis er voll war. Da war ich bei meiner Schätzung im Guide ja ganz genau :D


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    • hiho,

      erstmal schönes guide.

      ich habe aber da noch ein paar zusätzliche tipps:

      zum reinigen der nadel kann ich nur einen aquarellpinsel mit wassertank empfehlen
      http://www.gerstaecker.de/shop/unser-angebot/pinsel/spezial-pinsel/kalligrafiepinsel/pentel-aquash-wasserpinsel-online-kaufen-bei-gerstaecker.de-21615a
      d
      er vorteil an diesem pinsel ist das man mit diesem pinsel die spitze und den trichterbereich einfach säubern kann.

      auf gar keinen fall mit dem q-tip an die spitze gehen, das kann tatsächlich dafür sorgen das sich die spitze verbiegt! neue spitze kostet ca. 20euro

      zum zwischen reinigen kann man sich auch einen kleinen eimer mit wasser hinstellen in dem man die pistole einfach eintaucht und dann unterwasser durchbläßt. keine angst die geht nicht davon kaputt, aber es besteht spritzgefahr wenn zuviel wasser im eimer ist. wahlweise kann man auch schüsseln oder hohe gefrierdosen benutzen (was ich mache). damit spart man sich auch das geld für den Cleaning-Pot.

      kompressoren ja da scheiden sich die geister :) ich habe einen öl-kompressor. ich hatte mich für diesen endschlossen weil der extrem leise ist, ich habe meim malen musik oder einen film am laufen und wenn der kompressor anspringt dann kann ich trotzdem noch alles gut hören, die ölkompressoeren sind leiser als die meisten kühlschrankmotoren.

      was du nicht beschrieben hast oder ich einfach überlesen habe ist thema licht. achtet drauf das ihr weisse lichtquellen habt und nicht nur eine. damit ihr auch alles gut erkennen könnt.

      dritte hand, ich kann eine dritte hand nur ampfehlen da man mit ihr das zu besprühende teil festhalten kann oder oder ein stück papier damit man den overspray abfangen kann.

      zum testen der farbe benutze ich tee-löffel aus weißem plastik, die bekommt man günstig im 1euro laden, auf denen kann man auch gleich sehen ob die farbe gut hält und wie flüssig sie ist und durch die biegung der löffel kann man sich das ergebnis unter verschiedenen lichtverhältnissen anschauen. man kann sie auch einfach wieder übersprühen und damit geld und müll sparen :)

      wenn man sprüht braucht muss man oft bereiche schützen die nicht ausversehen übersprüht werden sollen, was schneller geht als man denkt, da gibt es mehrere möglichkeiten das zu verhindern.
      die günstigste ist klarsichfolie/frischhaltefolie und ein gummiband oder ein stück draht zum fixieren.
      krebbband oder maskierband geht auch wenn es einfach lösbar ist, das muss man vorher mal testen da man beim sprühen sehr dünne schichten aufträgt kann man diese auch schneller beschädigen.
      aber mein favorite ist inzwischen panzer putty, total tolles zeug! auch intilligente knete genannt :) es gibt bei youtube einige videos dazu.

      beim thema druck muss ich dich leider ein wenig korrigieren:

      da gilt erstmal als faustregel je dicker die farbe desto höher der druck und desto dicker die nadel.

      bei gw farben habe ich einen druck von 1.5 - 2bar (22 - 29psi), 0.3 - 0.4mm düse, verdünnt
      bei vallejo farben (game color & model color) 1.5 - 2bar (22 - 29psi), 0.3 - 0.4mm düse, verdünnt
      bei washes geh ich runter auf 0.75bar (10psi), 0.15mm düse, optional verdünnt je nach gewünschten effekt
      bei vallejo game air farben 0.75bar (10psi), 0.15mm düse, die sind sehr flüssig, bei den metall farben müssten eventuell verdünnt werden oder eine größere düse benutz werden
      bei vallejo model air 1bar (14,5psi), 0.15 - 0.3mm düse, unverdünnt
      bei schminke airbrush farben 1.5 - 2bar (22 - 29 psi), 0.2 - 0.4mm düse, unverdünnt

      bei den h&s airbrush pistolen steht zwar drauf das sie ausgelegt sind für einen druck von 1.7bar aber den kann man mit den passenden farben locker auch verringern.

      so das war mein senf dazu :)

      hier noch das set was ich benutze
      dieduese.de/airbrushtechnik/ko…il-air_20a_i53_6299_0.htm
      plus
      dieduese.de/airbrushtechnik/sp…r_plus_015_i118_105_0.htm
      ich liebe die infinity :)

      aso zum verdünnen benutze ich ausschlieslich den airbrush verdünner von vallejo.

      cu
      caleum
    • caleum wrote:

      hiho,

      erstmal schönes guide.
      danke :)
      ich habe aber da noch ein paar zusätzliche tipps:

      zum reinigen der nadel kann ich nur einen aquarellpinsel mit wassertank empfehlen
      http://www.gerstaecker.de/shop/unser-angebot/pinsel/spezial-pinsel/kalligrafiepinsel/pentel-aquash-wasserpinsel-online-kaufen-bei-gerstaecker.de-21615a
      d
      er vorteil an diesem pinsel ist das man mit diesem pinsel die spitze und den trichterbereich einfach säubern kann.
      Das kann natürlich sein, ich für meinen Teil höre das erste Mal von diesem Teil
      auf gar keinen fall mit dem q-tip an die spitze gehen, das kann tatsächlich dafür sorgen das sich die spitze verbiegt! neue spitze kostet ca. 20euro
      Dem kann ich so nicht zustimmen! Ein eingeweichter und ein bisschen ausgefranster Q-Tip beschädigt die Nadel keineswegs!
      Man sollte halt nicht mit Gewalt arbeiten. Eine neue Nadel kostet außerdem nicht 20, sondern 10 Euro.

      zum zwischen reinigen kann man sich auch einen kleinen eimer mit wasser hinstellen in dem man die pistole einfach eintaucht und dann unterwasser durchbläßt. keine angst die geht nicht davon kaputt, aber es besteht spritzgefahr wenn zuviel wasser im eimer ist. wahlweise kann man auch schüsseln oder hohe gefrierdosen benutzen (was ich mache). damit spart man sich auch das geld für den Cleaning-Pot.
      Das kannste tatsächlich so machen. Hab ja genau geschrieben, dass ich wegen dem Punkt der Sauerei/Spritzerei den CP bevorzuge.
      kompressoren ja da scheiden sich die geister :) ich habe einen öl-kompressor. ich hatte mich für diesen endschlossen weil der extrem leise ist, ich habe meim malen musik oder einen film am laufen und wenn der kompressor anspringt dann kann ich trotzdem noch alles gut hören, die ölkompressoeren sind leiser als die meisten kühlschrankmotoren.
      Öl-Kompressoren sind aber deutlich teurer als Membran/Kleinkompressoren.
      Sie sind halt leiser, ja.
      Irgendwo muss man aber auch auf dem Boden bleiben, wenn man gerade anfängt.

      Persönlich kann ich nicht verstehen, wieso du zu einem äußerst teuren Kompressor greifst, dann aber die "Spritzereilösung" anstatt einem Cleaning-Pot verwendest.
      was du nicht beschrieben hast oder ich einfach überlesen habe ist thema licht. achtet drauf das ihr weisse lichtquellen habt und nicht nur eine. damit ihr auch alles gut erkennen könnt.
      Gute Lichtquelle ist ja allgemein immer am Hobbytisch wichtig, nicht nur für das Airbrushen. Theoretisch aber hinzuzufügen, da haste recht.
      dritte hand, ich kann eine dritte hand nur ampfehlen da man mit ihr das zu besprühende teil festhalten kann oder oder ein stück papier damit man den overspray abfangen kann.
      Auch hier ist das ja nichts spezifisches. Ein Holder ist immer praktisch.
      zum testen der farbe benutze ich tee-löffel aus weißem plastik, die bekommt man günstig im 1euro laden, auf denen kann man auch gleich sehen ob die farbe gut hält und wie flüssig sie ist und durch die biegung der löffel kann man sich das ergebnis unter verschiedenen lichtverhältnissen anschauen. man kann sie auch einfach wieder übersprühen und damit geld und müll sparen :)
      Wie beschrieben, habe ich komplett auf Vallejo Game Air umgestellt.
      Wenn ich bei GW-Farben bleiben wollen würde, würde ich sie wahrscheinlich umfüllen und dann passgerecht direkt verdünnen.
      wenn man sprüht braucht muss man oft bereiche schützen die nicht ausversehen übersprüht werden sollen, was schneller geht als man denkt, da gibt es mehrere möglichkeiten das zu verhindern.
      die günstigste ist klarsichfolie/frischhaltefolie und ein gummiband oder ein stück draht zum fixieren.
      krebbband oder maskierband geht auch wenn es einfach lösbar ist, das muss man vorher mal testen da man beim sprühen sehr dünne schichten aufträgt kann man diese auch schneller beschädigen.
      aber mein favorite ist inzwischen panzer putty, total tolles zeug! auch intilligente knete genannt :) es gibt bei youtube einige videos dazu.
      Tatsächlich eine Lücke im Guide, da werd ich noch was zum Thema silly putty schreiben müssen.
      Von Frischhaltefolie halte ich persönlich bei der größe unserer Miniaturen sehr wenig, weil das Maskieren, das auch vernünftig schützt, viel zu aufwendig ist.
      Ja, Silly putty ist da deutlich effektiver (intelligente Knete)

      beim thema druck muss ich dich leider ein wenig korrigieren:

      da gilt erstmal als faustregel je dicker die farbe desto höher der druck und desto dicker die nadel.
      Faustregel verstehe ich nicht. Nach deiner Regel muss ich bei dickerer Farbe mehr Druck einstellen. Das hilft mir zwar beim Grundieren, aber Detailarbeit wird ab 18 Psi+ quasi unmöglich, weil es Spinnenfüße gibt bzw. die Farbe einfach extrem unkontrolliert "explodiert"
      bei gw farben habe ich einen druck von 1.5 - 2bar (22 - 29psi), 0.3 - 0.4mm düse, verdünnt
      bei vallejo farben (game color & model color) 1.5 - 2bar (22 - 29psi), 0.3 - 0.4mm düse, verdünnt
      bei washes geh ich runter auf 0.75bar (10psi), 0.15mm düse, optional verdünnt je nach gewünschten effekt
      bei vallejo game air farben 0.75bar (10psi), 0.15mm düse, die sind sehr flüssig, bei den metall farben müssten eventuell verdünnt werden oder eine größere düse benutz werden
      bei vallejo model air 1bar (14,5psi), 0.15 - 0.3mm düse, unverdünnt
      bei schminke airbrush farben 1.5 - 2bar (22 - 29 psi), 0.2 - 0.4mm düse, unverdünnt
      Wie gesagt, meiner Meinung nach sollte man vorallem bei Psi-Werten nach der Arbeit differenzieren.
      Man arbeitet nicht mit dicken Farben, man muss alle Farben, die nicht für die Airbrush entwickelt wurden, auf die richtige Konsistenz mischen.
      Nach deiner Rechnung z.B. kann man mit GW-Farben lediglich grobe Arbeiten wie z.B. basecoats machen.
      Das stimmt einfach nicht. Es ist einfach eine Qual die GW Farben richtig zu dosieren, weshalb ich den Anfängern auch davon abrate.

      bei den h&s airbrush pistolen steht zwar drauf das sie ausgelegt sind für einen druck von 1.7bar aber den kann man mit den passenden farben locker auch verringern.

      so das war mein senf dazu :)

      hier noch das set was ich benutze
      dieduese.de/airbrushtechnik/ko…il-air_20a_i53_6299_0.htm
      plus
      dieduese.de/airbrushtechnik/sp…r_plus_015_i118_105_0.htm
      ich liebe die infinity :)
      Infinity ist überhaupt nicht für Einsteiger gemacht. Die 1,5mm Düse wird den Anfänger extrem frusten.
      Und wie gesagt, klar ist das ein Top-Set.
      Aber mit Absaugeanlage und Cleaning Pot biste bei ca. 600 Euro + das Geld für die Infinity
      Das kommt dann schon sehr nahe an den Ferrari, den ich Eingangs beschrieben nicht wollte.

      aso zum verdünnen benutze ich ausschlieslich den airbrush verdünner von vallejo.
      Genauso wie ich :)
      cu
      Danke für deine Kritik :)
      caleum

      The post was edited 1 time, last by Zaz ().

    • Wer für kleines Geld in die Materie reinschnuppern will, kann auch ein Chinaset (Pistole und KOmpressor) von Amazon für 80 Euro nehmen. Damit grundiere ich wunderbar. Detailarbeiten habe ich damit noch nicht gemacht. Man kann aber durchaus ganz feine Linien sprühen. Der Kompressor reicht wirklich für die ersten Schritte. Die Pistole allerdings ist sehr billig und das dosieren der Farbe und des Luftdrucks ist ...harkelich. Meinen Lack von Vallejo habe ich da aber nicht durch bekommen.
    • zudem besitze ich inzwischen auch eine sandstrahltpistole *hust*

      Zaz wrote:

      Das kommt dann schon sehr nahe an den Ferrari, den ich Eingangs beschrieben nicht wollte.


      stimmt schon :)

      die infinity ist schon der porsche unter den airbrushpistolen. aber als anfänger kann man mit der auch gut anfangen, alleine schon wegen dem quickfix, aber günstigere ohne sind auch sehr gut besonders von h&s. allerdings habe ich noch keine von iwata getestet daher ist meine meinung da noch etwas einseitig :) bin aber gerne dazu bereit die mal zu testen.

      warum ich den ölkompressor genommen habe ist ganz einfach, wegen der lautstärke und ich dachte mir ich investiere wahrschein öfter in eine neue pistole als in einen neuen kompressor, daher hatte ich ich da gleich etwas mehr drin investiert. und ich hatte recht da ich mir nach 8 monaten die infinity dazu geholt hatte ;)

      zudem besitze ich inzwischen auch eine sandstrahltpistole *hust*

      warum ich den wassereimer nehme zum ausblasen? ich kann damit gleich die pistole durchspülen und für die nächste farbe vorbereiten, das kann ich mit dem anderen teil nicht machen. aber ich glaube im prinzip ist das egal was man von beidem benutzt. :)

      ich muss mich auch selber korrigieren die nadel kostet nur 10euro. stimmt hast recht mein fehler :)

      Zaz wrote:

      Faustregel verstehe ich nicht. Nach deiner Regel muss ich bei dickerer Farbe mehr Druck einstellen. Das hilft mir zwar beim Grundieren, aber Detailarbeit wird ab 18 Psi+ quasi unmöglich, weil es Spinnenfüße gibt bzw. die Farbe einfach extrem unkontrolliert "explodiert"


      stimmt. aber wenn du die spinnenfüße bekommst dann sprühst du zu nass, dann muss man den druck wieder vermindern.

      das mit dem verdünnen ist reine übungssache, dazu benutze ich dann die plastiklöffel. zudem kann man die flussfähigkeit noch mit einem zahnstocher testen. einfach den zahnstocher in die farbe tunken und herhausziehen und schauen wieviel farbe haften bleibt und wie schnell der überschuss abtropft.
      dann passend den druck einstellen und alles wird gut :)
      ein zusätzlicher effekt dabei ist das man kann gleich die deckkraft damit sehen.
      zum mischen benutze ich übrigens einwegschnappsbecher (2cl), aber nur einmal pro mischung da sonst die getrokneten reste der letzten mischung die pistole komplett verstopfen, habe leidvoll erfahren müssen.

      Zaz wrote:

      Das kann natürlich sein, ich für meinen Teil höre das erste Mal von diesem Teil


      besorg dir einen aus deinem lokalem künstlerbedarfsladen du wirst das teil lieben. :) die sind nicht teuer, ich wollte mir einen nochmal holen und schauen ob man damit nicht sogar 'washen' kann.

      Zaz wrote:

      Wie gesagt, meiner Meinung nach sollte man vorallem bei Psi-Werten nach der Arbeit differenzieren.


      stimmt auch ich regel zusätzlich noch den druck per stellventil direkt bei der pistole.

      tobiWahn wrote:

      Wer für kleines Geld in die Materie reinschnuppern will, kann auch ein Chinaset (Pistole und KOmpressor) von Amazon für 80 Euro nehmen. Damit grundiere ich wunderbar. Detailarbeiten habe ich damit noch nicht gemacht. Man kann aber durchaus ganz feine Linien sprühen. Der Kompressor reicht wirklich für die ersten Schritte. Die Pistole allerdings ist sehr billig und das dosieren der Farbe und des Luftdrucks ist ...harkelich. Meinen Lack von Vallejo habe ich da aber nicht durch bekommen.


      erwartet da aber nicht zu viel von, da kann sehr schnell frust statt lust aufkommen. was noch dazukommt ist dann wenn man sich sagt mir gefällt das, das man sich dann eh eine gute ausrüstung kauft und die 80euro dann rausgeworfenes geld sind. wer das airbrushen austesten will sollte mal schauen ob es airbrusher ein seiner nähe gibt die einen das mal zeigen wie es funktioniert. ich persönlich mache das immer wieder gerne hier in bremen, einfach mal fragen. man kann auch einen airbrushkurs mitmachen im raum hamburg gibt es welche, dort gibt es auch einen airbrushstammtisch.

      cu
      caleum

      p.s. immer noch ein schöner guide von dir!
    • Intressant an der Airbrush ist ja immer wieder, wie unterschiedlich die Leute vorgehen.
      Wirkliches Patentrezept gibts nicht, vielmehr gehts nach Vorlieben und Gewohnheit.
      Das hab ich besonders gemerkt, als ich mir die ganzen Infos besorgt habe und einfach jeder Youtuber bzw. jeder Guide im Detail etwas anderes sagt.
      Auf jeden Fall intressante Einblicke @caleum

      Zu den billig-Sets hab ich ja schon genug geschrieben, würde mich nur wiederholen.
      Im Endeffekt ist es auch ne Einstellungssache.
      Ich bin ein Mensch (und caleum scheint es auch zu sein :D), der etwas durchzieht, wenn er sich dazu entschlossen hat.
      Demnach war nur Reinschnuppern keine Option für mich, sondern lediglich durchzuziehen, was ich mir vorgenommen hatte.
    • Wenn man bei den 80 Euro an die Grenzen kommt, reicht zunächst eine bessere Pistole. Der Kompressor hat zwar keinen Tank zum zwischenspeichern, aber den kann man wohl auch noch nachrüsten. Für eine 30 Minuten Session reicht das.

      Edit: wer das Geld hat und schon weiß was er mit einer Airbrush anfangen möchte, mache einen Bogen um das Chinazeug.
    • tobiWahn wrote:

      Das Grundieren mit der Airbrush
      1. ist einfacher
      2. bringt dünnere und glattere Schichten
      3. bessere Kontrolle über Farbschichten, Farbmenge


      Es ist überhaupt nicht einfacher :D
      Gerade die dicke Grundierungsfarbe verstopft die Airbrush und erschwert das Cleaning.
      Bis es dann wirklich deckt, hat man schon sehr viel Farbe verbraucht.
      Dünnere und glattere Schichten, dann machste was mit der Dose falsch.
      Schonmal von Nebeln gehört?
      Gleiches gilt für Farbschichten und Farbmenge.
      Mit ner Dose kann man soo viel machen.
      Btw. ist die Grundierung aus der Dose sogar noch widerstandsfähiger.

      Man sollte halt nicht 2cm vors Modell gehen und Vollgas drücken....
    • Mit den Vallejo Primern habe ich keine Probleme. Die Farbe ist so dünn, dass sie problemlos auch mal "Tropfstellen" verzeiht. Grad das Schwarz/Weiß Grundieren ist super mit der Airbrush weil man da nochmal gezielt Lichtpunkte setzen kann. Ich spare mir dabei auch das minutenlange Schütteln von Dosen. Nur meine Erfahrungen.

      Ich habe heute einen Cryx Kraken grundiert und das wäre mit der Dose der blanke Horror gewesen.
    • Die sind natürlich auch extra für die Airbrush gemacht, aber im Vergleich zu den Game Air 3x dickflüssiger^^
      Ich grundiere selbst mit meiner Airbrush, würde sie mir aber nur zu diesem Zweck nicht anschaffen.

      Gezielte Lichtpunkte würde ich nicht über ein Dualpriming setzen, sondern durch wirkliche Highlights und Schatten.
      Aber sowas wie Schatten zu sprayen wird wieder schwer mit einem Chinateil :D
    • Ich hab bis Dato immer Schwarz grundiert und dann weiß genebelt/von oben. Damit hat man super Schattierungen. Jetzt habe ich neulich in einem Tutorium gesehen, dass er noch an 2 Stellen weiße Hightlights gesetzt hat, die er später in den Fokus rücken will. Wenn man mit Lasuren arbeitet, ist das keine schlechte Idee.